| Anmerkungen | |
| Einleitung | |
| 1 | Siehe Anhang 1: Herkömmliche und Letztendliche Wahrheit. |
| 2 | Siehe Anhang 2: Zwei Arten von Wissen. |
| 3 | Bestimmte Meditierende denken, dass sie nun bewandert genug sind, für sich allein fortzufahren und nicht länger auf den Meditationsmeister hören zu müssen, wenn sie in ihrer Praxis einen kleinen Fortschritt erzielt haben. Das Ergebnis davon ist, dass sie vom Weg abkommen und ihre Meditationspraxis entartet. Um den Erfolg zu sichern, sollte man den Lehrer immer über sein Vorankommen informiert halten und strikt seiner Anleitung folgen. Wenn Zweifel über den Lehrer, seine Anleitungen oder das Meditationsobjekt aufkommen, sollte der Meditierende diese sofort auf geeignete Weise auflösen; sonst kann die Meditation stagnieren. |
| 4 |
Vism. (III,29 ff.) zählt zehn Hindernisse auf: (I) Wohnungen - Anhaftung an Wohnsitze; (II) Familie - Anhaftung an hilfreiche Verwandte, Freunde usw.; (III) Gewinn - Annahme zu vieler Gebrauchsartikel; (IV) Gruppe - eine Guppe oder Klasse von Schülern unterrichten; (V) Arbeit - Geschäftigkeit verbunden mit dem Errichten von Gebäuden; (VI) Reise - Reisen über große Entfernungen; (VII) Verwandtschaft - famliliäre Beziehungen, Lehrer, Schüler, Kollegen, Gefährten usw., zu deren Versorgung im Falle von Krankheit man verpflichtet ist; (VIII) Kummer - jegliche Art von Erkrankung; (IX) Bücher - verantwortlich sein für Studium, Schreiben usw.; (X) übernatürliche Kräfte - ihre Erhaltung ist ein Hindernis für die Einsichtsmeditation, wenn auch nicht für die Geistesruhemeditation. Jedoch anderswo (z.B. in KhuA.22) ist ein guter Ruf (kitti) erwähnt als eine Alternative für übernatürliche Kräfte. |
| 5 | Siehe Anhang 3: Die vier Schutzmeditationen. |
| 6 | Die fünf Hemmungen (pañca nîvaranâ) sind: sinnliche Lust, Übelwollen oder Zorn, Faulheit und Starrheit, Aufregung und Sorge, und Zweifel. Weil diese die Haupthindernisse zur Entfaltung von Konzentration und Weisheit sind, haben sich Meditierende sehr wachsam vor ihnen zu schützen. Vielen Meditierenden gelingt es nicht, Fortschritte zu erzielen infolge ihrer Unfähigkeit, diese Hindernisse zu überwinden. Wenn man mit den Hemmungen konfrontiert wird, muss man sich darin üben, sie sogleich zu erkennen und zu beseitigen und ihr Wiedererscheinen entschieden zu verhindern; denn wenn es einer Hemmung ermöglicht wird, wiederholt aufzutauchen, wird sie an Stärke zunehmen und es wird schwieriger, sie zu unterdrücken. |
| 7 |
Mehr über die Jhânas zu lesen in "The Seven Stages of Purification and the Insight Knowledges", 2. Aufl. (Kandy: BPS, 1993) vom Ehrw. Mahâthera Mâtara Srî Ñânârâma, pp. 15-18. (deutsch in: "Erkennen - Nicht tadeln - Ändern" Festschrift zum 70. Geburtstag von Ayya Khema, Jhana-Verlag Uttenbühl 1993) Wie im Vism. (III, 105-7) erklärt ist, können die acht Objekte der erinnernden Meditation (anussati) - Buddha, Dhamma und Sangha; die Tugend (sîla), Freigebigkeit (câga), Gottheiten (devatâ), Frieden (upasama) und Tod (marana) - sowie die Wahrnehmung der Widerwärtigkeit der Nahrung (âhâre patikkûla-saññâ) und die Aufmerksamkeit auf die Elemente (dhâtu-manasikâra) - obwohl außerstande, eine Vertiefung herbeizuführen (appanâ), angrenzende Sammlung erzeugen (upacâra-samâdhi), die ausreichend stark ist zur Unterdrückung der Hemmungen. Man sollte mit dieser angrenzenden Sammlung als Basis in die Einsichtsmeditation einsteigen. Der Vism. bemerkt ferner (in VII, 121-27), dass, obwohl die ersten sechs Erinnerungen nur bei edlen Schülern erfolgreich sind, ein tugendhafter Weltling sie zur Unterdrückung der Hemmungen verwenden kann und dann auf dieser Basis die Praxis der Einsichtsmeditation beginnen kann. Die Erinnerung an den Frieden wird in der selben Weise behandelt (Vism. VIII,250). Man erreicht das erste Jhâna allein durch die zehn Wahrnehmungen der Widerwärtigkeit (asubha) und die auf den Körper gerichtete Achtsamkeit (kâyagatâsati); die ersten drei Jhânas durch liebende Güte (mettâ), Mitgefühl (karunâ) und uneigennützige Freude (muditâ), und das vierte Jhâna nur durch Gleichmut (upekkhâ). Alle vier Jhânas sind erreichbar durch die zehn Kasinas und Atemachtsamkeit (ânâpâna-sati). Die vier unkörperlichen Zustände (âruppa) als Meditationsobjekte sind spezifisch für die entsprechenden vier nichtmateriellen Jhânas (Vism. III, 107). |
| 8 | Ein Jhâna-Erreicher mag verhaftet bleiben mit der Wonne und Stille der Jhânas und das Beginnen der Einsichtsmeditation verpassen. Hier sollte man besonders den Gedanken hegen, dass nicht nur die Jhâna-Wonne, sondern auch die durch Jhâna-Kraft erreichte Geburt in den Brahma-Welten unbeständig ist. Das Ziel des Buddhismus ist nicht Geistesruhe, sondern der Frieden des Pfades, der Frucht und des Nibbâna, welcher nur durch Einsichts-Weisheit erreichbar ist. Daher sollte man sich der Einsichtsmeditation widmen. Es mag einfach sein, Fortschritte in der Geistesruhemeditation zu machen, wenn man anfangs durch Einsichtsmeditation die Befleckungen auf ein bestimmtes Maß zurückdrängen kann. Jedoch einige Meditierende, die nur an Einsichtsmeditation gewöhnt sind, mögen es gelegentlich schwierig oder unangenehm finden, Geistesruhemeditation zu praktizieren. |
| 9 | Die Unreinheiten einschließlich der Hemmungen werden allgemein in drei Hauptstufen beseitigt: (I) durch die Kraft der heilsamen Aktivitäten in der Sinnessphäre, man beseitigt sie durch "Ersetzen durch das Gegenteil" (tadanga-pahâna); (II) durch die Kraft der Jhânas der feinstofflichen und unstofflichen Sphären beseitigt man sie durch Unterdrückung (vikkhambhana-pahâna); (III) durch die Kraft der überweltlichen Pfade rottet man sie vollständig aus (samuccheda-pahâna). Die überweltlichen Pfade schneiden die Befleckungen zusammen mit ihren zugrundeliegenden Tendenzen (anusaya) ab, so dass sie nie wieder entstehen können. Die ersten zwei Methoden beseitigen die Unreinheiten zeitweise, nur solange, wie die heilsame Aktivität wirksam ist. Weil die zugrundeliegenden Tendenzen nicht ausgerottet wurden, können die unterdrückten Unreinheiten später wiedererscheinen. Einsichtsmeditation merzt die Unreinheiten durch das "Ersetzen durch das Gegenteil" (tadanga) aus, was den Weg bahnt für die vollständige Ausrottung durch die überweltlichen Pfade. |
| 10 |
Gemäß dem Pm.I,166 ff. sollte Konzentration, ob durch Geistesruhe- oder Einsichtsmeditation erzielt, folgende zehn Merkmale haben: (I) der Geist ist nicht abgelenkt (vikkhitta) durch Beschäftigung mit dem Vergangenen; (II) nicht erregt (kampita) durch Sehnsucht nach Zukünftigem; (III) nicht geschrumpft durch Lethargie (kusîta); (IV) nicht bewegt durch Ruhelosigkeit (uddhacca); (V) nicht der Leidenschaft (râga) unterworfen; (VI) nicht widerspenstig durch Ärger (vyâpâda); (VII) die zwei Paare von Fähigkeiten - Vertrauen+Weisheit und Tatkraft+Konzentration - sollten im Gleichgewicht sein; (VIII) die Fähigkeiten Vertrauen, Tatkraft, Achtsamkeit, Konzentration und Weisheit sollten auf einen einzigen Zweck ausgerichtet sein; (IX) die Energie sollte ausreichend sein für die letzten zwei Absichten; (X) die Konzentration sollte verstärkt werden durch wiederholte Praxis. Die Einsichtswissen entstehen nur, wenn die geistige Konzentration durch diese Eigenschaften gekennzeichnet ist. |
| 11 |
"Gestaltungen" (sankhârâ) bedeutet alles, was durch Ursachen und Bedingungen entstanden ist, deshalb auch alles, was die beiden Begriffe "Geist" und "Materie" (nâma und rûpa) einschließen. Die letztendlichen Soheiten (paramattha), die als "Geist" (nâma) bezeichnet werden, sind die neunundachtzig Bewusstseinszustände (citta) und die zweiundfünfzig Geistesfaktoren (cetasika); die als "Materie" (rûpa) bezeichneten sind die achtundzwanzig letztendlichen materiellen Phänomene. Der selbe psycho-physische Prozess wird auch in die fünf Anhäufungen zergliedert, die vier nichtmateriellen Anhäufungen - Gefühl, Wahrnehmung, geistige Gestaltungen (= alle Geistesfaktoren außer Gefühl und Wahrnehmung) und Bewusstsein bilden nâma, die Anhäufung der Materie bildet rûpa. Der selbe psycho-physische Komplex ist ferner unterteilt in die zwölf Sinnesgrundlagen (âyatana), die sechs oder achtzehn Elemente (dhâtu) usw. Der Buddha musste diese Extra-Einteilung einführen, um den unterschiedlichen intellektuellen Fähigkeiten der Wesen, die seine Anleitung brauchten, zu entsprechen. Es sollte vermerkt werden, dass "Gestaltungen" (sankhârâ) in zwei verschiedenen Bedeutungen angewandt wird: (I) als alle bedingten Phänomene und (II) als die vierte der fünf Anhäufungen. Um sie zu unterscheiden, sprechen wir bei (II) von "geistigen Gestaltungen". Sankhârâ wird verwendet in der Formel der bedingten Entstehung (paticca-samuppâda) um auf die "Kamma-Gestaltungen" zu verweisen, das karmisch aktive Wollen. |
| 12 | Das Sutta ist in A. II,94 zu finden. Die drei Pâli-Begriffe im Katechismus sind: datthabba, sammasitabba und vipassitabba. Da im Pug. 61-62 der Einsichts-Erlanger als einer beschrieben wird, der den überweltlichen Pfad erreicht hat, können wir folgern, dass der hier angeführte Katechismus den ganzen Einsichtspfad umfasst. |
| 13 | "Volles Verständnis" im weltlichen Sinne ist dreifach: (I) volles Verständnis des Erkannten (ñâta-pariññâ); (II) volles Verständnis als Untersuchung (tîrana-pariññâ); und (III) volles Verständnis als Aufgeben (pahâna-pariññâ). Zu Einzelheiten siehe Vism. XX, 3-4. |
| 14 | Die "Unreinheiten der Einsicht" sind zehn außergewöhnliche Erfahrungen, die entstehen, wenn die Einsichtsmeditation beginnt, schwungvoller zu werden, besonders in der heiklen Phase des Wissens vom Auf- und Untergang: die Wahrnehmung einer Aura um sich herum, starkes Zunehmen im Verständnis, Freude, Ruhe, Glücksempfinden, Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Gleichmut und starke Anhaftung an diese Zustände. Für einige Meditierende mögen nur ein paar davon zutreffen. Es ist die Anhaftung, die diese zu "Unreinheiten" macht, denn wenn man beginnt, an ihnen zu haften, mag man annehmen, dass man eine überweltliche Realisierung erwirkt hat und mag seine eigene Meditation vernachlässigen, um andere zu unterrichten. Die Gefahr liegt hier nicht im Erleben der selben, sondern in ihrem Genießen und im Missverständnis ihrer Bedeutung. Um dieser Falle zu entgehen, muss man solche Erfahrungen im Licht der drei Merkmale betrachten und wenn nötig, die Hilfe des Lehrers suchen. |
| 15 | Siehe Anmerkung 13. |
| 16 |
Zu diesem Zeitpunkt mag der Meditierende fähig sein, sich die machtvolle Einsicht, die er in seiner geistigen Kontinuität durch die Realisierung des Pfades und der Frucht des Stromeintritts aufgebaut hat, für das weitere Vorankommen nutzbar zu machen. Folglich kann er die Bemühung, die Frucht des ersten Pfades zu meistern, vorläufig einstellen und in der Einsichtsmeditation fortfahren mit dem Ziel, den zweiten Pfad zu erreichen, den des Einmalwiederkehrers. Dies wird die Serie der Einsichtswissen mit noch größerem Scharfsinn erzeugen als beim vorherigen Anlass, damit die notwendige Grundlage zur Entstehung des zweiten Pfades liefernd. Auf diese Weise könnte der Meditierende versuchen, die Praxis der Einsichtsmeditation bis zur Arahantschaft auszudehnen. Ein Meditierender, der dies nicht kann, sollte nach der Realisierung des ersten Pfades die Erreichung der Verwirklichung meistern. Das wird helfen, die Einsichtswissen in geeigneter Folge zu festigen. (Wenn der Meditierende dies nicht pünktlich erledigt, könnte er es zu schwierig finden, die Verwirklichung bei einer späteren Gelegenheit wiederzugewinnen.) Sobald die Erreichung der Verwirklichung gründlich gefestigt ist, sollte man ihr nicht weiter nachgehen, sondern stattdessen die Einsicht zur Erreichung des nächsten Pfades erwecken. (Wenn das Interesse an der vorigen Verwirklichung zu lange anhält, könnte er zu ihr zurückkehren und verwirrt werden.) Auf diese Weise wird die Einsicht bis zu ihrer Vervollkommnung fortgesetzt mit der stufenweisen Realisierung der Arahantschaft. Siehe "The Seven Stages of Purification" für eine ausführliche Erörterung der Läuterungen und Einsichtswissen. |
| 17 | Siehe Anmerkung 13. |
| 18 | Siehe Anmerkung 9. |
| 19 | Anupassatî ti anu anu passati, anekehi âkârehi punappunam passatî ti attho (Vism.XXI,14; PmA. 182). |
| 20 | Pm. I,54, 57, 58; Vism. XXI,1. |
| 21 | Pm. I,20, 24, 25, 32, 47 usw. Eine englische Übersetzung des Pm. von Bhikkhu Ñânamoli ist veröffentlicht unter dem Titel "The Path of Discrimination" (PTS, 1982). |
| 22 | Pm. I,10, 211; II,42-43, 241-42. |
| 23 | Vism. XX,90; XXII,113; DA. I,47-48; AT. II,275, usw. |
| 24 | Pm. I,10, 56, 57-58, 76-78; II,185-86. |
| 25 | z.B.: Vism. VIII,233; XX,4; MA. I,141-42; ST. II,453-54. |
| Kapitel 1 | |
| 1 | "Bhikkhus, es gibt diese drei Merkmale, die das Bedingte als bedingt kennzeichnen. Welche drei? Ein Entstehen ist erkennbar, ein Vergehen ist erkennbar, eine Änderung des Bestehenden ist erkennbar" (A.I,152). Siehe auch S. III,37-40. |
| 2 | "Wenn die Anhäufungen in jedem Augenblick geboren werden, verfallen und sterben, so wirst auch du, Mönch, geboren, verfällst und stirbst" (KhuA. 50). |
| 3 | Bestimmte extrem verdienstvolle Leute, welche ihren Geist über eine lange Zeit im Samsâra erzogen haben und die Pâramîs (Vollkommenheiten) entfaltet haben, können Nibbâna allein durch Hören einer Dhamma-Erklärung realisieren. Gerade während des Zuhörens können sie ihre Tugend läutern, Konzentration erzielen und genügend Einsicht erwecken, um Nibbâna zu erreichen. Dieses ist bewiesen durch Suttas wie z.B. Bâhiya-Sutta (Ud.8, UdA.63), Vimuttâyatana-Sutta (A.III,.21ff., AA.II, 588) und Sangîti-Sutta (D.III, 241ff., DA.II, 756). Nicht nur durch Hören der Lehre, sondern auch durch Lehren, durch Vortragen, durch Nachdenken über die Lehre oder sogar durch ein klares Verständnis irgendeines Meditationsobjektes kann man Begeisterung erzeugen durch Begreifen des Dhamma. Durch weiteres Entfalten dieses Zustandes kann man angrenzende Sammlung erreichen, die Grundlage für das Praktizieren von Einsichtsmeditation und das Erreichen der Arahantschaft, wie im Vimuttâyatana-Sutta und dem zugehörigen Kommentar erklärt wurde (siehe oben). Nur jene, die sich mit der fördernden Kraft der Pâramîs eifrig bemühen, können Nibbâna so schnell erreichen. Für die meisten Leute ist zur Realisierung von Nibbâna eine ernsthafte Meditationspraxis über einen ausgedehnten Zeitraum notwendig, bis die Erfordernisse für die Erleuchtung (bodhi-pakkhiyâ dhammâ) gereift sind. |
| 4 | Die Wahrnehmung der Unbeständigkeit (anicca-saññâ) wird im Girimânanda-Sutta (A.V,109) erklärt: "Und was, Ânanda, ist die Wahrnehmung der Unbeständigkeit? Da, Ânanda, erwägt ein Bhikkhu, der in einen Wald oder an den Fuß eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist, dies: 'Materielle Form ist unbeständig. Gefühl ... Wahrnehmung ... Geistige Gestaltungen ... Bewusstsein ist unbeständig.' So verweilt er in Betrachtung der Unbeständigkeit betreffs der fünf Anhäufungen des Ergreifens. Dies wird Wahrnehmung der Unbeständigkeit genannt." Siehe auch DA.II,757; DT.74. |
| 5 | Pm.I,171. Der Kommentar fügt hinzu, dass der Meditierende mit einer langen Nase die Nasenspitze wählen sollte und einer mit kurzer Nase die Oberlippe (PmA.328). |
| 6 | Sabbakâyapatisamvedî assasissâmî´ti sikkhati; sabbakâyapatisamvedî passasissâmî´ti sikkhati: (D.II,291; M.I, 56). "'Den ganzen (Atem-)Körper wahrnehmend werde ich einatmen,' so übt er sich. 'Den ganzen (Atem-) Körper wahrnehmend werde ich ausatmen', so übt er sich." Der Begriff "ganzer (Atem-) Körper" bezieht sich auf die gesamte Menge der Ein- und Ausatmung, nicht auf den physischen Körper. Der Vism VIII,171 erklärt ferner, dass der Meditierende sich des Beginns, der Mitte und des Endes jeder Ein- und Ausatmung bewusst sein sollte. Um dies zustandezubringen, sollte er seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf den Punkt richten, wo der Atem zu spüren ist, entweder die Nasenspitze oder die Oberlippe. Weitere Details sind zu finden in Vism.VIII,198 ff. Im Pm.I,164 wird der Meditierende gewarnt, den Atem nicht in seinem Durchgang durch den Körper zu verfolgen, da dies ein Hindernis für die Konzentration sein kann. Deshalb ist der Beginn des Atems der Moment, wo er anfangs die Nasenspitze oder die Oberlippe berührt; das Ende ist der Moment, wo die Berührungsempfindungen aufhören; und die Mitte ist die Phase zwischen diesen zwei Punkten. |
| 7 | "Das Merkmal der Unbeständigkeit wird nicht offenbar, weil es, wenn Entstehen und Vergehen unbeachtet bleiben, durch Kontinuität verborgen wird." (Vism. XXI,3). |
| 8 | "Die Wahrnehmung der Unbeständigkeit usw. werden von einem vollendet, der mit Hilfe der Einsicht in das Geistig-Materielle und der Zweifelsüberwindung die behindernde Täuschung beseitigt hat und dadurch gefestigt wird im vollen Verständnis des Erkannten" (DT.73). |
| 9 | "Wenn die Kontinuität zerrissen ist durch das Erkennen von Entstehen und Vergehen, wird das Merkmal der Unbeständigkeit in seiner wahren Wesensart offenbar." (Vism. XXI,4). |
| 10 | "Alle Gestaltungen sind unbeständig. Warum? Wegen des Auftretens von Entstehen und Zerfall, wegen der Veränderung, wegen der Zeitweiligkeit und wegen der Unmöglichkeit der Beständigkeit" (Vism. XX,47). Siehe auch MA.II,93. |
| 11 | Um die Einsicht in die Bedingungen (paccaya-pariggaha) zu fördern, sollte der Meditierende nach der Einsicht ins Geistig-Materielle seine Aufmerksamkeit ausweiten durch Vermerken der Absicht. Vor einer Handlung sollte man die Absicht zum Handeln vermerken, z.B. vor dem Anheben der Hand sollte man zuerst die Absicht, die Hand anzuheben, vermerken. Anfangs erfordert dies bewusste Anstrengung, aber durch die Übung erfolgt das Vermerken unwillkürlich. Dies hilft zu klären, wie Geist und Materie in einem Ursache-Wirkungs-Verhältnis funktionieren, d.h. dass das Anheben der Hand auf Grund der Absicht erfolgt. |
| 12 | Siehe Channa-Sutta (S.III,132-33) und Kommentar (SA.II,232). |
| 13 | Siehe A.II,33-34; S.III,85. |
| 14 | Die Texte zählen elf Methoden auf, wie das Merkmal der Unbeständigkeit durch Gruppen verstanden werden kann: "Welche materielle Form auch immer, ob (I-III) vergangen, gegenwärtig oder zukünftig, ob (IV-V) innere oder äußere, ob (VI-VII) grob oder fein, ob (VIII-IX) niedrig oder hoch, ob (X-XI) entfernt oder nah - all diese materielle Form definiert man als unbeständig. Dies ist die erste Form von Verständnis ..." (Pm.I,53). Die anderen vier Anhäufungen sind ähnlich zu verstehen. Das Ausmaß des Verstehens durch Gruppen hängt von der Kraft der Weisheit des Meditierenden ab. |
| 15 | Das Wissen vom Auf- und Untergang wird durch fünfzig Methoden vollendet. Als Erstes kommt das Verständnis der Entstehung des Materiellen durch fünf Arten der Beobachtung zustande: (I) durch Beobachtung des Merkmals der Entstehung; (II-V) durch die Beobachtung, dass das Materielle auf Grund von Unwissenheit, Begierde, Kamma und Nahrung entsteht. Als Nächstes wird das Aufhören des Materiellen durch fünf Methoden verstanden: (I) durch die Beobachtung des im Materiellen enthaltenen Merkmals der Veränderung; (II-V) durch die Beobachtung, dass das Materielle aufhört, wenn die jeweiligen vier Bedingungen aufhören. Die Beobachtung des Auf- und Untergangs der geistigen Anhäufungen geschieht ebenfalls in der selben zehnfachen Art und Weise, aber das Geistig-Materielle (nâma-rûpa) lässt Nahrung die Bedingung für die Anhäufung Bewusstsein sein, und Kontakt (phassa) statt dessen die Bedingung für die drei Anhäufungen Gefühl, Wahrnehmung und geistige Gestaltungen (Pm.I,54-57). |
| 16 | Mit dem Anpassungswissen (anuloma-ñâna) wird eine der drei Betrachtungen der Unbeständigkeit, des Leidens oder des Nicht-Selbst hervorstechend, wonach der Meditierende sofort das Nibbâna erfährt. Diese Erfahrung wird Befreiung (vimokkha) genannt. Welcher Gesichtspunkt des Nibbâna erfahren wird, ist abhängig von der mit dem Anpassungswissen zum Vorschein kommenden Betrachtung. Daher werden im Stadium der Anpassung die drei Betrachtungen als Tore zur Befreiung (vimokkha-mukha) bezeichnet. Wenn die Betrachtung der Unbeständigkeit das Tor ist, geht die zeichenlose Befreiung (animitta-vimokkha) daraus hervor; wenn es die Betrachtung des Leidens ist, geht die wunschlose Befreiung (appanihita-vimokkha) daraus hervor, wenn es die Betrachtung des Nicht-Selbst ist, geht die leere Befreiung (suññata-vimokkha) daraus hervor (Pm.II,48; Vism. XXI,66ff.). |
| 17 | Pm.I,30-31. Darüber, wie diese vier Faktoren in Beziehung zu den Betrachtungen vorkommen, lies Pm.I,32-33. Bei jedem Gesichtspunkt sowohl der Samatha- als auch der Vipassanâ-Meditation führt die Erfüllung dieser vier Bedingungen zum Erfolg. |
| 18 | Siehe Einleitung, Anmerkung 9. |
| 17 | A.II,52; Pm.II,80. Alle drei Verzerrungen sind mit dem Erreichen des Stromeintritts ausgerottet: Pm.II,81; Vism.XXII,68. |
| 18 | Siehe Einleitung, Anmerkung 9. |
| 19 | A.II,52; Pm.II,80. Alle drei Verzerrungen sind mit dem Erreichen des Stromeintritts ausgerottet: Pm.II,81; Vism.XXII,68. |
| 20 | A.III,443. |
| Kapitel 2 | |
| 1 | M.I, 232. |
| 2 | Udayabbayaparipîëitattâ. Vism.XVI,35. Siehe auch Vism.XXI,7. |
| 3 | Über die verschiedenen Einteilungen des Leidens siehe Vism.XVI,35. |
| 4 | Alle vom Geist erfassten Objekte, abgesehen von den Sinnesobjekten, werden gemeinsam als "Geistobjekte" oder "Denkobjekte" (dhammâ-rammana) bezeichnet. Dies umfasst alle Gestaltungen, Nibbâna und alle Vorstellungen und Ideen (paññatti). |
| 5 | "Angenehme Gefühle werden als 'Leiden aufgrund der Veränderung' bezeichnet, weil sie eine Ursache für die Entstehung von Pein wegen ihrer veränderlichen Natur sind" (Vism.XVI,35). |
| 6 | In mehreren Lehrreden des Buddha ist die Betrachtung des Leidens als "Wahrnehmung des Leidens in der Unbeständigkeit" (anicce dukkha-saññâ) angeführt: z.B. A.III,334, 452; IV,52; D.III,243, 251; S.V,132. Siehe auch DA.II,757; AA.II,665. |
| 7 | Siehe Vism.XXI,3, 4 und VismT.II,437. |
| 8 | In S.IV,259 sagt der Ehrwürdige Sâriputta: "Freund, es gibt diese drei Leidensformen, nämlich wirkliches Leiden (dukkhadukkhatâ), von den Gestaltungen kommendes Leiden (sankhâra-dukkhatâ) und von der Veränderung kommendes Leiden (viparinâma-dukkhatâ)." Vism.XVI,34 zählt noch vier weitere Leidensformen auf: verborgenes oder offensichtliches und direktes oder indirektes Leiden. Diese können auch im vorher erwähnten dreifachen Leiden enthalten sein. |
| 9 | "Aber weil entstandene Gestaltungen in der Gegenwart erschienen sind und, wenn sie gegenwärtig sind, vom Altern geplagt werden und beim Erscheinen des Alterns ans Auflösen gebunden sind, sind sie deshalb leidvoll wegen fortwährender Bedrängnis, wegen der Härte des Ertragens, weil sie die Grundlage des Leidens sind und wegen des Nichtvorhandenseins von Freude" (Vism.XX,47). Siehe auch MA.II,93. |
| 10 | Einige Meditierende ändern zeitweilig ihre Haltung oder richten ihren Körper wieder auf, um ihren Schmerz zu lindern. Diese Gewohnheit beraubt sie der Möglichkeit, die wahre Natur des Leidens zu realisieren. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Schmerzgefühl nur eine Gestaltung (sankhâra) ist und nichts, was man als "Ich" oder "Mein" ergreift, wird das subjektive Ergreifen von "Ich" und "Mein", das das schmerzvolle Gefühl mit sich zieht, gelockert. Dann erfährt man lediglich die Natur des Schmerzes. Durch Aushalten heftiger schmerzhafter Gefühle verstärkt man seine Konzentration. Wenn man über zwei Stunden ständig in einer Haltung ausharrt, unerschütterlich und mit auf dem Meditationsobjekt fixierter Aufmerksamkeit, verliert das Gefühl seine bedrückende Natur und die Konzentration wird stärker. In diesem Stadium kann die Einsichtsmeditation recht wirksam sein. |
| 11 | "Für ihn kommt Freude auf. Für den Freudigen kommt Entzücken auf. Für den mit Entzücken Erfüllten wird der Körper still. Ein im Körper Gestillter fühlt Glückseligkeit. Beim Glückseligen ist der Geist konzentriert" (A.III,21-24 usw.). |
| 12 | A.IV,14. Siehe auch AA.II,700. |
| 13 | Die vier iddhipâda, "Wege zur Macht" oder „Grundlagen für Erfolg"; enthalten in den siebenunddreißig Erfordernissen der Erleuchtung, sind: die Absicht (chanda), die geistigen Übungen fortzusetzen; Tatkraft (viriya) im Aufrechterhalten der ununterbrochenen Stetigkeit der Meditation; ein stets auf Meditation erpichtes Bewusstsein (citta); Erforschung (vîmamsâ) oder aufrechterhaltene Untersuchung. Diese werden Wege zur Macht, wenn sie vom Beginn bis zum Ende der Meditation ununterbrochen angewandt werden. Durch Erfüllung der iddhipâdas wird die Meditation vollkommen. Wenn wenigstens eine der vier ausreichend stark ist, werden die anderen auch zur Reife gelangen und die ersehnten Resultate einbringen. |
| 14 | A.II,52; Pm.II,80. Die Verzerrung der Ansichten (ditthi-vipallâsa) löst sich mit der Erreichung des Stromeintritts komplett auf (Pm.II,81), während die Verzerrungen der Wahrnehmung (saññâ) und des Bewusstseins (citta) sich mit dem Erreichen der Arahantschaft auflösen (Vism.XXII,68). |
| 15 | A.III,443. Laut Kommentar (AA.II,695) dienen die noch Lernenden ihrem Meister in liebevoller Pflichtausübung (mettâvatâya); jene, die die Arahantschaft erreicht haben, haben den liebevollen Dienst an ihm erfüllt. |
| Kapitel 3 | |
| 1 | na + attâ = an + attâ = anattâ. Hier ist na- eine negative Vorsilbe und das Wort attâ bezieht sich auf das "scheinbare Selbst", die "Person", das "Wesen" usw. Die Pâli-Texte verwenden attâ auch im Sinne von "(man) selbst", "Geist", "Körper", die gemeinsame Einheit der Anhäufungen während einer einzelnen Lebenszeit. In diesem Zusammenhang ist der Begriff eher ein herkömmlicher Ausdruck ohne irgend eine "ich"-bezogene Bedeutung. Der Buddha sagt: "Dies, Citta, sind weltliche Bezeichnungen, weltliche Worte, weltliche Ausdrücke, weltliche Vorstellungen, mit deren Hilfe der Tathâgata sich ausdrückt, ohne daran zu haften" (D.I,202). Siehe auch M.I,500. |
| 2 | Einige wichtige Quellen für die Lehre des Nicht-Selbst sind Anattalakkhana-Sutta (S.III,66-68), Alaggadupama-Sutta (M.I,130-42), Cûlasaccaka-Sutta (M.I,227-37), Mahârâhulovâda-Sutta (M.I,420-26) und Chachakka-Sutta (M.III,280-87). Wenn der Buddha bei bestimmten Anlässen auf die Frage nach dem Selbst stumm blieb, sollten wir verstehen, dass er aus einem von drei Gründen schwieg: (I) es war keine günstige Zeit zum Antworten; (II) die Frage war falsch formuliert; oder (III) die Frage war nicht auf Nibbâna ausgerichtet. Für das bemerkenswerteste Beispiel siehe S.IV,400-1. |
| 3 | Siehe M.I,230-33; A.II,164-65; S.IV,2, 3, usw. |
| 4 | Siehe M.I,258-64; S.IV,167, usw. |
| 5 | Siehe M.I,232-33; M.III,282-84; S.III,21-24. |
| 6 | S.IV,202-3. Siehe auch SA.III,82. |
| 7 | Die Worte "Einbilden" (maññati) und "Einbildung" (maññita)
bedeuten, sich die fünf Anhäufungen - oder allgemeiner, irgend einen Aspekt
des Erlebens - durch Begierde, Dünkel und Ansichten (tanhâ-mâna-ditthi)
vorzustellen. Der Begriff papañcita "begriffliches Wuchern", genau
darunter, ist praktisch sinnverwandt mit maññita (siehe MA.I,23).
Papañcita ist das Vergangenheits-Partizip von papañceti
( aus derWurzel paci, im Sinne von "sich ausbreiten") und bedeutet
hier die Idee von einer verdrehten Vorstellung. Über den Begriff papañca lies "Concept and Reality in Early Buddhist Thought" (BPS, 1971) von Bhikkhu Ñânananda. |
| 8 | M.I,109-10; A.IV,9; Vism.XXII,60. Bezüglich der Art und Weise ihres allmählichen Verschwindens mit der Entfaltung des Pfades siehe Vism.XXII,64. |
| 9 | Siehe Sabbâsava-Sutta, den Abschnitt über samvara-pahâna (M.I,9-10) und den Kommentar dazu (MA.I,70-72). |
| 10 | M.I,111-12. |
| 11 | M.I,1. Siehe auch den Kommentar, MA.I,23, übersetzt in "Discourse on the Root of Existence", 2. Ausg. (BPS, 1992), pp.5-12 von Bhikkhu Bodhi. |
| 12 | Die drei Befleckungen - Begierde (tanhâ), Dünkel (mâna) und Ansichten (ditthi) - kommen in den unheilsamen Geisteszuständen vor, die in der Gier (lobha) wurzeln. Begierde (der Geistesfaktor der Gier) kommt in jedem Geisteszustand vor, der in der Gier wurzelt. Manchmal tritt sie ohne Dünkel und Ansichten auf, zu anderen Zeiten mit einem von beiden, aber niemals mit beiden gleichzeitig. Nichtsdestotrotz, obwohl sie getrennt vorkommen, können Dünkel und Ansichten einander verstärken. Die unmittelbaren Ursachen für die drei Einbildungen sind: Gefühl für die Einbildung der Begierde; Wahrnehmung für die Einbildung der Ansichten; und angewandtes Denken (vitakka) für die Einbildung des Dünkels (UdA.248). |
| 13 | S.III,46. Siehe auch SA.II,196-97. |
| 14 | S.III,105. Siehe auch SA.II,225; AA.II,575. |
| 15 | Das Khemaka-Sutta (S.III,126-32) erklärt, dass der Nichtwiederkehrer (anâgâmin) - der die Persönlichkeitsansicht (sakkâya-ditthi) und die sinnliche Leidenschaft (kâmarâga) ausgemerzt hat - trotzdem einen subtilen Rest der Einbildung "Ich bin" (asmimâna), des Verlangens "Ich bin" (asmichanda) und der zugrundeliegenden Tendenz (anusaya) zu egoistischem Denken beibehält. Obwohl die egoistische Ansicht "Dies bin ich" (ayam aham asmi) bezogen auf die fünf Anhäufungen nicht in ihm entsteht, hegt er dennoch eine subtile Vorstellung "Ich bin" in bezüglich der fünf Anhäufungen als Ganzes (samûhato pañcasu pi asmî ti adhigato: SA.II,231). Diese Vorstellung "Ich bin", erzeugt durch extrem feine Wirksamkeiten der Unwissenheit (avijjâ), Werdenssehnsucht (bhava-râga) und des Dünkels (mâna), kann als die subtilste, grundlegendste Form der Einbildung "Ich bin" betrachtet werden, welche auf einer gröberen Ebene für die Selbst-Ansicht (atta-ditthi) des unerleuchteten Weltlings verantwortlich ist. |
| 16 | S.III,96. |
| 17 | SA.II,196. |
| 18 | Pm.I,135; PmA.298-99. Siehe auch M.I,135; S.III,204. |
| 19 | S.III,46. |
| 20 | Die Persönlichkeitsansicht wird im Detail behandelt im Anhang 4. Über die Persönlichkeitsansicht als eine Basis für die anderen Arten spekulativer Ansichten siehe S.IV,287. |
| 21 | Der Buddha zeigt oft, wie auf Grund der Hohlheit der Persönlichkeitsansicht die darauf gegründete Sicherheit und Stabilität zur Bestürzung des unerleuchteten Weltlings mit Leichtigkeit zu zerbrechen sind (z.B. M.I,8; 136-37; S.III,15-18, 42, 138, usw.). |
| 22 | Bestimmte Denker übertragen die Vorstellung vom Selbst auf Vergangenheit und Zukunft durch bloße logische Schlussfolgerung, während gewisse Denker sich für verschiedene Ansichten bezüglich des Selbst entscheiden als Ergebnis einer Missdeutung der Zeichen (nimitta), der Vertiefungen (jhâna), der höheren Erkenntnisse (abhiññâ) usw., die durch die Entfaltung der Geistesruhemeditation erzeugt werden. (Siehe D.I,12-38 und den zugehörigen Kommentar DA.I,345-46.) Durch unkritisches Akzeptieren der Lehren solcher Theoretiker werden bei vielen anderen Leuten deren Ansichten über das Selbst gefestigt. |
| 23 | S.III,98. |
| 24 | Das Brahmajâla-Sutta zählt die zweiunddreißig Ewigkeitsansichten auf, die sich auf diese fünf Einbildungen gründen. Wenn man achtzehn die Vergangenheit betreffende Ewigkeitsansichten und fünf Ansichten über "Nibbâna in eben diesem Leben" hinzufügt, werden insgesamt fünfundfünfzig Ewigkeitsansichten in dieser Lehrrede erklärt (D.I,12-38). |
| 25 | Siehe Pm.I,159; It.43-44. Das Brahmajâla-Sutta arbeitet sieben Vernichtungsansichten heraus (D.I,34-35). Im Alagaddupama-Sutta (M.I,140-41) lehnt der Buddha die Anschuldigung, ein Vetreter der Vernichtung zu sein, als falsch und grundlos ab. |
| 26 | "Kaccâyana, die Wesen dieser Welt gründen gewöhlich ihre Ansichten auf
zwei Dinge: auf Existenz und Nicht-Existenz ... Gefangen durch die Gewohnheit
des Strebens, des Ergreifens und des Sich-Einrichtens in Systemen ist
diese Welt.... 'Alles existiert' - dies ist ein Extrem; 'Nichts existiert'
- dies ist das andere Extrem. Beide Extreme vermeidend lehrt der Tathâgata
seine Wahrheit der Mitte." (S.II,17; III,134-35). SA.II,25 erläutert hier jeweils die zwei Extreme als Ewigkeitsansicht und Vernichtungsansicht. |
| 27 |
Im Pm.I,138 werden die für die Erzeugung von Ansichten (ditthi) verantwortlichen Ursachen und Bedingungen als achtfach zusammengefasst: (1) die fünf Anhäufungen; (2) Unwissenheit; (3) Kontakt; (4) Wahrnehmung; (5) angewandtes Denken; (6) unweise Aufmerksamkeit; (7) schlechte Gesellschaft und (8) das Anhören der Ansichten anderer. PmA.299-300 führt dafür Beispiele an. Das Mittel zum Aufgeben falscher Ansichten vom Selbst besteht im Beenden falscher Einbildungen, wie vom Buddha in S.IV,24 erklärt wird: "Mönche, was auch immer man sich (als das Selbst) vorstellt, oder wo immer man sich (das Selbst) als existierend vorstellt, oder wovon auch immer (das Selbst) als außerhalb betrachtet wird, oder was auch immer als 'mein' betrachtet wird - all dies führt anderweitig zum Werden. Jedoch finden Wesen, die am Werden haften, welches die Natur der Veränderung hat, Freude an diesem Werden. Mönche, soweit es Anhäufungen, Elemente oder Sinnesbereiche gibt, stellt man sie sich nicht (als Selbst) oder als 'mein' vor, noch stellt man sich (das Selbst) als innerhalb oder außerhalb davon vor. Wenn man sich nichts derartiges einbildet, ergreift man nichts in der Welt. Nichts ergreifend wird man nicht durch Begierde erregt. Unerregt verwirklicht man noch im selben Leben vollkommen Nibbâna (durch die vollständige Auslöschung der Befleckungen). Dann entsteht einem das Wissen: 'Vernichtet ist die Geburt; das heilige Leben ist gelebt; getan ist, was zu tun war; nichts bleibt noch zu tun übrig.' Mönche, dies ist die geeignete Praxis, die einen befähigt, alle Einbildungen auszurotten." |
| 28 | Vism.XX,47. Siehe auch VismT.II,407; MA.II,94. |
| 29 | Der Begriff Element (dhâtu) bezeichnet ein feinsinniges Phänomen ohne jegliche Natur eines Wesens oder eines Selbst. Dass Zusammenhalt (Wasser) subtiler ist als die anderen drei Grundelemente, mag anfangs schwieriger zu verstehen sein. Daher muss man beim Betrachten der Elemente bedenken, dass das Wasserelement die Wesensart hat, das Erdelement zusammenzuhalten. So wie Achtsamkeit, Konzentration und Weisheit sich entfalten, wird durch direkte Erfahrung Überzeugung aufkommen. Der Meditierende wird gemäß seiner Intelligenzstufe die verschiedenen Arten materieller Form verstehen, die sich aus den vier Grundelementen herleitet. |
| 30 | Wir wollen z.B. annehmen, dass ihr eure Aufmerksamkeit auf die Bewegung der Bauchdecke gerichtet haltet. Die Elemente Erde, Feuer, Luft oder Wasser, die ihr im gegenwärtigen Moment wahrnehmt, gehören zur Anhäufung der materiellen Form; der erkennende Geist gehört zur Anhäufung des Bewusstseins. Die Fähigkeit, das Objekt zu erkennen, die im selben Geistesmoment vorkommt, gehört zur Anhäufung der Wahrnehmung. Der gleichzeitig vorhandene Geistesfaktor, der das Objekt als angenehm, schmerzhaft oder neutral erlebt, gehört zur Anhäufung des Gefühls. Alle anderen zur gleichen Zeit bestehenden geistigen Phänomene, angeführt vom Willen, gehören zur Anhäufung der geistigen Gestaltungen (M.I,190). Wenn der Geist ein unstoffliches Objekt aufnimmt, gehört die unterstützende Herz-Basis (hadaya-vatthu) zur Anhäufung der Materie. Auf diese Weise wird in der Einsichtsmeditation klar, wie die fünf Anhäufungen immer gemeinsam gegenwärtig sind - eine Tatsache, die bestimmte Meditierende erst in einem vorgerückten Stadium realisieren. Dadurch wird es möglich, die fünf Anhäufungen als ein einheitliches Ganzes zu betrachten. |
| 31 |
"Ânanda, was ist die Wahrnehmung des Nicht-Selbst? Hier, Ânanda, begibt sich ein Mönch in einen Wald oder an den Fuß eines Baumes oder in eine leere Hütte und überlegt so: 'Auge und Formen, Ohr und Geräusche, Nase und Gerüche, Zunge und Geschmäcke, Körper und Berührungen, Geist und Geistobjekte - all diese sind Nicht-Selbst.' Auf diese Weise lebt er in der Betrachtung der Natur des Nicht-Selbst in den sechs inneren und äußeren Sinnesbereichen. So, Ânanda, ist die Betrachtung des Nicht-Selbst" (A.V,109). In einigen Texten ist die Betrachtung des Nicht-Selbst erwähnt als „die Wahrnehmung des Nicht-Selbst im Leiden" - dukkhe annatta-saññâ (D.III,243,251; S.V,133; A.III,85 usw.). Auch in den Kommentaren wird gesagt: „Die Wahrnehmung des Nicht-Selbst im Leiden ist die im betrachtenden Wissen des Nicht-Selbst entstandene Wahrnehmung" (dukkhe anatta-saññâ´ ti anattânupassanâ-ñâne uppanna-saññâ; DA. II,757; AA.II,665). |
| 32 | Pm.II,80-81; Vism.XXII,68. |
| 33 |
"Die zugrunde liegenden Tendenzen zur Leidenschaft ganz aufgegeben habend und die zugrunde liegenden Tendenzen zur Abneigung vertrieben habend, die zugrunde liegenden Tendenzen zu Ansicht und Dünkel 'Ich bin' entwurzelt habend, die Unwissenheit aufgegeben habend und Wissen erweckt habend, macht er noch in diesem Leben dem Leiden ein Ende" (M.I,47). Der Kommentar (MA.I,186) erklärt: "Der Ausdruck 'zugrunde liegende Tendenzen zu Ansicht und Dünkel "Ich bin"' bedeutet die zugrunde liegende Tendenz zum Dünkel, welche einer Ansicht gleicht (ditthisadisam mânânusayam). Dies wird gesagt, weil die Tendenz zum Dünkel einer Ansicht darin gleicht, dass sie auf der Idee 'Ich bin' beruht." Siehe auch Khemaka-Sutta (S.III,126-32) und Anmerkung 15 oben, und außerdem Mûlapariyâya-Sutta, 2. Teil (M.I,3-4). |
| 34 | A.III,444. Siehe auch AA.II,695. |
| Kapitel 4 | |
| 1 | Die Abwendung, die aus Einsicht entsteht, muss von der unheilsamen Abwendung unterschieden werden, welche ein Aspekt der Abneigung (patigha) oder des Hasses (dosa) ist. |
| 2 | M.I,509ff. |
| 3 | S.III,21. Es folgen gleichlautende Passagen über Leiden und Nicht-Selbst. |
| 4 | S.III,22-23. |
| 5 | S.III,19-20. Das selbe wird vom Leiden und Nicht-Selbst gesagt. |
| 6 | S.III,23. Auf die selbe Weise entfaltet er Abwendung gegenüber den Anhäufungen nach dem Erkennen ihrer Wesensart der Leidhaftigkeit und des Nicht-Selbst. |
| 7 | S.II,95. |
| 8 | S.II,96-97. |
| 9 | S.IV,32-33. |
| 10 | M.III,278ff.; S.IV,106-7. |
| 11 | S.IV,19-20. |
| 12 | S.III,189. |
| 13 | S.II,248-49. |
| 14 | S.IV,140. |
| 15 |
Der folgende Text verdeutlicht die Gefahren (âdînava) in den Gestaltungen: "Weil jede materielle Form unbeständig und leidvoll ist, der Veränderung unterworfen, ist dies die Gefahr in materieller Form ..." (S.III,28). "Mönche, weil es in materieller Form Gefahr gibt, entfalten die Leute Abwendung gegenüber materieller Form" (S.III,30). Die selbe Formel wird genau so für die anderen Anhäufungen angewandt. Die sich darauf beziehenden Texte der Anmerkungen 4, 10 und 13 oben zeigen, wie die Gestaltungen ohne ein auf ihr Dasein bezogenes Selbst der Unbeständigkeit, dem Leiden und der Veränderung unterworfen sind. Die drei Merkmale - der Unbeständigkeit, des Leidens und des Nicht-Selbst - bilden die in den Gestaltungen enthaltene Gefahr, durch deren Hervorheben man Abwendung erzeugen kann. |
| 16 | A.V,311ff.; S.II,30; A.V,315ff. |
| 17 | Im SA.II,40 wird gesagt, das richtiges Wissen und Sehen (yathâbhûta-ñânadassana) sich vom Wissen der Bestimmung des Geistig-Materiellen (nâmarûpapariccheda-ñâna) bis zum Wissen und Sehen, was Pfad und was Nicht-Pfad ist (maggâmagga-ñânadassana) erstreckt. Dies umfasst drei Stadien: die Durchdringung der besonderen Merkmale (paccatta-lakkhana-pativedha), die Einsicht in die Bedingungen (paccaya-pariggaha) und die Durchdringung der universellen Merkmale (sâmañña-lakkhana-pativedha). Siehe außerdem Anhang 5, Nr.15. |
| 18 | A.II,587, 676, 725; SA.II,40, usw. SA. verwendet Abwendung im Sinn von kraftvoller Einsicht (balava-vipassanâ), welches die vier Einsichtswissen sind: das Sichtbarwerden des Schreckens (bhayat´upaññhâna), die Betrachtung der Gefahr (âdînavânupassanâ), der Wunsch nach Befreiung (muñcitukamyatâ) und Gleichmut gegenüber den Gestaltungen (sankhâr´upekkhâ). In Pm.II,63 wird gesagt, dass die Wissen vom Sichtbarwerden des Schreckens und der Gefahr genauso wie die Abwendung dem Sinn nach ein und das selbe sind; sie unterscheiden sich nur dem Namen nach. Vism.XXI,1,29-43 beschreibt diese als drei aufeinanderfolgende Einsichtswissen. MA.II,94 setzt Abwendung (nibbidâ) mit der Einsicht gleich, die zum transzendentalen Pfad (vutthânagâminî vipassanâ) führt. Bestimmte kommentarielle Texte weisen darauf hin, dass nibbidâ ein allgemeiner auf Einsicht verweisender Begriff ist (DA.II,477; PmA.152, 316, usw.). |
| 19 | Pm.I,57-58. |
| 20 | Pm.I,195 stellt fest: "Ein die Unbeständigkeit Betrachtender kennt und sieht das Einatmen so, wie es ist, also ist Abwendungswissen vorhanden ... Von der Einatmung herrührende Weisheit vom Sichtbarwerden des Schreckens in einem die Unbeständigkeit Betrachtenden ist mit der Abwendung übereinstimmendes Wissen ... Von der Einatmung herrührende Weisheit der Überlegung und Gelassenheit in einem die Unbeständigkeit Betrachtenden ist Wissen, welches die Abwendung beruhigt" (übersetzt nach Ven. Ñânamoli). PmA.363-64 demonstriert, wie diese mit Abwendung verbundene Wissens-Serie sich vom Verständnis in Gruppen (kalâpasammasana-ñâna) bis zur Vollendung der Einsicht erstreckt. |
| 21 | "Durch Abwendung wird man leidenschaftslos, wodurch man Befreiung erlangt. Wenn man befreit ist, macht man sich klar, dass man befreit ist" (M.I,500). MA.II,95, diese Passage kommentierend, setzt das Einsetzen der Leidenschaftslosigkeit mit dem überweltlichen Pfad gleich. |
| 22 | Thag.267-69. |
| 23 | Nandin´ti sappîtikam tanham (Vism.XXI,19). |
| 24 | M.I,266-67. Ähnliche Lehrreden sind zu finden in M.III,267ff.; S.III,14, usw. Siehe auch MA.II,259. |
| 25 | Zum Ausdruck "Wahrnehmung von Abneigung gegen die ganze Welt" (sabbaloke anabhirata-saññâ) siehe A.I,41, 42; II,150; III,79; IV,46, 50; V,111; M.I,336. AA.II,540 erklärt "Welt" (loka) hier als die dreifache Welt (tedhâtuka) - die sinnlichen, feinstofflichen und unstofflichen Bereiche des buddhistischen Kosmos; "Abneigung" (anabhirati) als das Fehlen des Wunsches, in diesen drei Bereichen zu leben. AT.II,342 bekräftigt, dass diese Wahrnehmung die Betrachtung der Abwendung ist. Siehe auch Kap. 5, Anm. 15. |
| 26 | A. I,51. |
| Kapitel 5 | |
| 1 | Zum Beispiel finden wir im Pm.II,220 das Folgende: "Was sind die fünf Arten der Leidenschaftslosigkeit? Leidenschaftslosigkeit durch Unterdrückung, Leidenschaftslosigkeit durch Ersetzen durch das Gegenteil, Leidenschaftslosigkeit durch Ausrottung, Leidenschaftslosigkeit durch Abflauen, Leidenschaftslosigkeit durch Befreiung. Leidenschaftslosigkeit durch Unterdrückung tritt in Beziehung zu den fünf Hemmungen auf bei einem, der sich das erste Jhâna erschließt; Leidenschaftslosigkeit durch Ersetzen durch das Gegenteil tritt in Beziehung zu Ansichten auf bei einem, der Konzentration entfaltet, die an Durchdringung beteiligt ist (d.h. Einsicht); Leidenschaftslosigkeit durch Ausrottung kommt vor bei einem, der sich den überweltlichen Pfad erschließt, was zur Zerstörung (der Leidenschaft) führt; Leidenschaftslosigkeit durch Abflauen tritt im Moment der Frucht auf; Leidenschaftslosigkeit durch Befreiung ist das todlose Element." Siehe auch PmA.513-15; AA.I,287. Zu weiteren Erörterungen siehe Pm.II, 140ff.; Vism.VIII,235; DA.II,506; DT.330; ItA.190. |
| 2 | Auf zwei Arten von Leidenschaftslosigkeit scheint der folgende Text hinzuweisen: "Mönche, ohne unmittelbare Kenntnis und vollkommenes Verständnis von allem zu haben, ohne die Entfaltung von Leidenschaftslosigkeit allem gegenüber und ohne alles aufzugeben, ist man unfähig, das Leiden auszurotten; aber durch unmittelbare Kenntnis und vollkommenes Verständnis von allem, durch die Entfaltung von Leidenschaftslosigkeit allem gegenüber und durch das Aufgeben von allem, ist man fähig, das Leiden auszurotten" (It.3-4). Der Kommentar (ItA.42-43) verdeutlicht, wie diese Lehrrede den ganzen Pfad der Einsichtsmeditation umfasst. |
| 3 | "Hier ist 'das Dahinschwinden als Zerstörung' die augenblickliche Auflösung der Gestaltungen. 'Das absolute [letztendliche] Dahinschwinden' ist Nibbâna" (Vism.VIII,235). |
| 4 | "Welche Phänomene es auch gibt, bedingte oder unbedingte, es wird gesagt, dass Leidenschaftslosigkeit das vornehmste unter ihnen ist; diese ist das Ende der Begierde, die Beendigung der Leidenschaft, das Aufhören (der Gestaltungen), Nibbâna" (A.II,34; It.88, usw.). |
| 5 | "Leidenschaftslosigkeit ist der (überweltliche) Pfad ... Nibbâna ist auch Leidenschaftslosigkeit. Alle Phänomene, die mit Nibbâna als ihrem Ziel entstanden sind, sind auch frei von Leidenschaft, diese werden auch als Leidenschaftslosigkeit bezeichnet" (Pm.II,140ff.). |
| 6 | Im Pm.I,57-58 werden die sieben Betrachtungen in Beziehung zum bhanga-ñâna, dem Auflösungswissen, erklärt (siehe pp.87 in der vorliegenden Arbeit). Laut dieser Erläuterung verweist die Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit auf die Leidenschaftslosigkeit durch Ersetzen durch das Gegenteil. Es gibt hier weder einen Hinweis auf die augenblickliche Auflösung der Phänomene (khaya-virâga) noch auf die überweltliche Leidenschaftslosigkeit. Falls die Anspielung hier für khaya-virâga gelten würde, wäre es in diesem Zusammenhang die günstigste Gelegenheit gewesen, das spätere Erscheinen im Auflösungswissen zu erwähnen. Zu den Texten, die bekräftigen, dass virâgânupassanâ hier auf tadanga-virâga anspielt, gehören die folgenden: PmA.64-65, 182; Vism.XXI,16; Vism.T.II, 441-42; DT.74; AA.II,829; ItA.42-43; AT.II,275. Außerhalb des Zusammenhangs mit den sieben Betrachtungen erklären die Kommentare jedoch manchmal die Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit in Bezug auf khaya-virâga; siehe z.B. MA.II,249; Vism.VIII,235; AA.II,722. |
| 7 |
(I) "Hier, Ânanda, ein Mönch ... überlegt so: 'Dies ist das Friedvolle, dies ist das Erhabene, das ist die Stillung aller Gestaltungen, das Loslassen aller Grundlagen der Existenz, die Vernichtung der Begierde, Leidenschaftslosigkeit, Nibbâna.' Dies wird Wahrnehmung der Leidenschaftslosigkeit genannt." (A.V,110). Virâga-saññâ wird in diesem Zusammenhang entweder als Meditationsthema über Nibbâna als Frieden (upasama: Vism.VIII,245ff.) beschrieben oder als Meditationsobjekt zum Eintritt in die Fruchterreichung (phala-samâpatti: A.V,321-22, 354ff.). Die Wahrnehmung der Leidenschaftslosigkeit (virâga-saññâ) wird als die in der Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit erzeugte Wahrnehmung beschrieben (DA.II,757; AA.II,665) und auch als die Wahrnehmung, die erzeugt wird in Beziehung zur fünffachen Leidenschaftslosigkeit beginnend mit der Unterdrückung (vikkhambhana) der Befleckungen (AA.I,287ff.). Siehe Anm. 1 im vorliegenden Kapitel. (II) "Das Wissen bezüglich des (nibbânischen) Friedenszustandes erkennt, dass Leiden existiert, wenn es eine Präsenz (von Gestaltungen) gibt, und dass Glück existiert, wenn es keine solche Präsenz gibt (z.B. im Nibbâna)" (Pm.I,59; siehe auch PmA.185). |
| 8 | MA.II,249; AA.II,722. |
| 9 | Pm.I,192; siehe auch PmA.361. |
| 10 | Vism.VIII,235. Hier wird die Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit als zwei Formen der Leidenschaftslosigkeit beinhaltend verstanden: die der augenblicklichen Auflösung und die des Nibbâna als von Leidenschaft vollkommen freiem Zustand. So geschieht das "Betrachten der Leidenschaftslosigkeit" im Hinblick auf diese beiden Aspekte durch Einsicht beziehungsweise durch den überweltlichen Pfad. |
| 11 |
(I) Dies wird in einem Vers zum Ausdruck gebracht: "Erkannt habend, 'Dies ist Leiden', (S.IV,205; siehe auch SA.III,83) (II) Nach der Bestimmung der weltlichen Leidenschaftslosigkeit als augenblickliche Auflösung sagt PmA.347-48 beim Beschreiben der Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit in Bezug zur Atemachtsamkeit: "Hier bedeutet 'das Betrachten der Leidenschaftslosigkeit' (betrachten) mit der Einsicht, die einen befähigt, gegenüber Gestaltungen leidenschaftslos zu werden." Siehe auch Anm. 13 unten und Kap.8, Anm.17. |
| 12 | Wenn fortan der Begriff "Leidenschaftslosigkeit" und die Redewendung "Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit" ohne nähere Bestimmung verwendet werden, ist immer Leidenschaftslosigkeit durch Ersetzen durch das Gegenteil gemeint. |
| 13 | "Die Betrachtung der Leidenschaftslosigkeit auf dem Weg über die Betrachtung der Abwendung (virâgânupassanâ´ti nibbidânupassanâvasena)" (PmA. 215). |
| 14 | A.III,19, 200; IV,99, 336; V,2-6. Der Kommentar sagt, dass in diesem Fall virâga den überweltlichen Pfad einschließt (AA.II,587, 676, 725, 817). Dieser Punkt wird später in diesem Kapitel ausführlicher diskutiert (pp.59). |
| 15 |
(I) A.V,111 erklärt kurz sabbaloke anabhirata-saññâ wie folgt: "Hier, Ânanda, wird man durch Aufgeben jeglichen Anliegens (upaya: Begierde, Dünkel und Ansicht), jeglichen Anhaftens (upâdâna: Sinneslust, Ansichten, Neigung zu Riten und Glaube an ein Selbst), jeglichen festen Glaubens (cetaso adhiññhâna: die zwei Ansichten von Ewigkeit und Vernichtung), jeglichen Festhaltens (abhinivesa: Selbst-Ansicht) und jeglicher innewohnender unheilsamer Tendenzen (die sieben anusaya) über die ganze Welt enttäuscht." (II) "Mönche, wenn ein Mönch ständig seinen Geist ausbildet in der Wahrnehmung der Abneigung gegenüber der ganzen Welt, wendet sich sein Geist ab von den schönen Dingen in dieser Welt, schaudert vor ihnen zurück, wird von ihnen abgestoßen, weigert sich weiterzumachen; entweder festigt sich Gleichmut oder Abwendung" (A.IV,50). |
| 16 | "Râga usw. sind sinnverwandt mit lobha; râga im Sinne von Anhaftung; nandi im Sinne von Vergnügen und tanhâ im Sinne von Begierde" (SA.II,85). Siehe auch MA.IV,65. |
| 17 | PmA.94. |
| 18 | S.III,52. Siehe auch S.IV,142-44; SA.II,197-98; III,33. |
| 19 | S.II,30. Siehe auch A.V,312-17. |
| 20 | SA.II,40. |
| 21 | DA.II,477; MA.II,95; AA.II,587, 676, 725, 817 usw. Diese kommentarielle Tradition könnte sich auf der Grundlage der Erklärung im Pm.II, 140ff. entwickelt haben, wo steht, dass virâga der überweltliche Pfad und vimutti seine Frucht ist. Trotzdem wird im selben Text (Pm.II,143) auch vipassanâim Sinne von Betrachten virâga genannt. |
| 22 | A. V,59. Siehe auch AA.II,831-32. |
| 23 | Dies wird im Detail in (VI) auf pp. 46-47 oben erklärt. Dort wird gezeigt, wie in diesem Stadium Abwendung und Leidenschaftslosigkeit gegenüber geistigen Phänomenen entwickelt werden. |
| 24 | M.III,243. Der hier angeführte Gleichmut, obwohl im Kommentar (MA.IV, 188-89) als Gleichmut des Jhâna erklärt, kann auch als Gleichmut der Einsicht, verbunden mit Jhâna-Konzentration, angesehen werden. Die befreiende Macht dieser Lehrrede wird durch die Tatsache demonstriert, dass Pukkasâti, als er sie hörte, ein Nichtwiederkehrer (anâgâmin) wurde. |
| 25 | Siehe S. 67 oben. ST.II,222 erklärt, dass in der Redewendung "durch die Beseitigung des Vergnügens wird die Leidenschaft beseitigt", die Beseitigung des Vergnügens die Vollendung der Wirksamkeit der Einsicht darstellt, in "zum Auftauchen führender Einsicht" (vutthâna-gâmini-vipassanâ) endigend; in der Redewendung "durch die Beseitigung der Leidenschaft wird das Vergnügen beseitigt", ist die Beseitigung der Leidenschaft die Zerstörung der Leidenschaft durch die zum Auftauchen führende Einsicht und „die Beiseitigung des Vergnügens" die Ausrottung des Vergnügens durch den überweltlichen Pfad. Siehe auch A.V,50-51 und AA.II,829. |
| 26 | Siehe Pm.I,195. |
| 27 | Pm.II,47-48. |
| 28 | A.I,216. |
| 29 | S.V,133. |
| Kapitel 6 | |
| 1 | Nirujjhati, nirujjhanam, vâ nirodho. Ni + rodha = nirodha. "'Es hört auf' bedeutet, es existiert nicht (nirujjhatî ti na bhavati)" (PmA.362). |
| 2 | S.III,24-25. |
| 3 | "Aufhören ist zweifach - das augenblickliche (vorübergehende) Aufhören und das endgültige (dauernde) Aufhören" (AA.II,722). |
| 4 | Das endgültige Aufhören aller Gestaltungen geschieht mit dem Erlöschen der fünf Anhäufungen beim Ableben des Arahant. Trotzdem ist auch im Stadium des überweltlichen Pfades das Bündel der von jedem Pfad beseitigten Befleckungen ausgestorben. Folglich sind auch diese Befleckungen (welche auch Gestaltungen sind), ebenso wie die anderen Gestaltungen, die aus ihnen hervorgegangen wären, zum Erlöschen gebracht. In diesem Sinne wird der überweltliche Pfad als Aufhören durch Ausrottung (samuccheda-nirodha) oder als Aufhören ohne weiteres (erneutes) zum Vorschein kommen (anuppâda-nirodha) angesehen. |
| 5 | Fünf Arten des Aufhörens werden im Pm.II,221 aufgezählt. Dies sind in der Tat die selben wie die fünf Arten der Leidenschaftslosigkeit. Zu diesen siehe Kap. 5, Anm.1 oben. |
| 6 | "Die Betrachtung des Aufhörens ist die Betrachtung des Aufhörens der Gestaltungen" (DT.74). Siehe auch Anm. 7 (I) direkt darunter. |
| 7 |
(I) "Betrachtung des Aufhörens (nirodhânupassanâ) bedeutet Betrachtung der Auflösung (bhanga)" (PmA.215). (II) "Wie wird die Weisheit, die die wiederkehrende Auflösung der Phänomene durch Nachdenken über das Sinnesobjekt sieht, in Einsichtsweisheit umgewandelt? Der Geist, der materielle Form als Objekt nimmt, entsteht und vergeht. Über die Auflösung dieses Objektes nachgedacht habend, betrachtet man die Auflösung des nachdenkenden Geistes selbst mittels des nachfolgenden Geistes" (Pm.I,57). Siehe außerdem PmA.182; Vism.XXI,13. |
| 8 | Pm.I,58. Siehe außerdem PmA.183; Vism.XXI,21. |
| 9 |
(I) "Hier, Ânanda, ein Mönch ... überlegt so: 'Dies ist das Friedvolle, dies ist das Erhabene, das ist die Stillung aller Gestaltungen, das Aufgeben aller Grundlagen der Existenz, die Vernichtung der Begierde, das Aufhören, Nibbâna.' Dies wird Wahrnehmung des Aufhörens genannt." (A.V,110-11). "Die Wahrnehmung des Aufhörens ist die Wahrnehmung, die aus dem Wissen des Betrachtens der Auflösung hervorgeht" (AA.II,665). (II) "Das Wissen vom Friedenszustand: 'Entstehen ist furchtbar, Nicht-Entstehen ist Sicherheit ... Anhäufung von Kamma ist weltlich, Nicht-Anhäufung ist unweltlich ... Das Kennzeichen ist Gestaltungen, die Kennzeichenlosigkeit ist Nibbâna'" (Pm.I,59-60). |
| 10 |
(I) "Die Gefahr in materieller Form erkannt habend, wird er begierig nach dem Aufhören der materiellen Form, durch Vertrauen er ist entschlossen, und sein Geist ist gut gefestigt darin; er übt so: 'Ich werde einatmen in Betrachtung des Aufhörens in der materiellen Form'; und er übt so: 'Ich werde ausatmen in Betrachtung des Aufhörens in der materiellen Form'" (Pm.II,192). (II) "Er entfaltet die Wahrnehmung des Aufhörens: er entfaltet die Wahrnehmung, die daduch aufkommt, dass sie sich das Aufhören der Gestaltungen zum Objekt macht. Sie interpretieren dies auch als die Betrachtung, die dadurch aufkommt, dass sie sich Nibbâna zum Objekt macht" (AA.I,287). |
| 11 | "Daher sagt er: 'Bei der Betrachtung des Aufhörens bildet man Aufhören aus, man lässt nicht entstehen'; dafür ist der Wunsch nach Befreiung stark geworden" (DT.74). |
| 12 | "Dann bleibt nur noch Bewusstsein übrig, geläutert und gereinigt" (M.III, 242). |
| 13 | "Oder die Betrachtung des Aufhörens ist die Betrachtung: 'Diese Gestaltungen hören eben jetzt auf; sie entstehen nicht durch zukünftige Hervorbringung'" (DT.74). |
| 14 | "Meghiya, wenn man mit der Wahrnehmung der Unbeständigkeit ausgestattet ist, wird die Wahrnehmung des Nicht-Selbst gefestigt" (Ud.37; A.IV,358). Siehe auch A.IV,353 und M.I,424-25. |
| 15 | "Nach dem Nachdenken über das Sinnesobjekt betrachtet man die Auflösung (bhanga), sich dabei die Leerheit der Gestaltungen klarmachend: dies ist die in höherer Weisheit bestehende Einsicht" (Pm.I,58). Für weitere Erläuterungen siehe Vism.XXI,23,24; PmA.183. |
| 16 | "'Er betrachtet das Aufhören': man sollte verstehen, dass dies durch Einsicht erklärt wird, durch deren Fähigkeit, Befleckungen zum Aufhören zu bringen" (PmA.347-48). |
| 17 | "Unwissenheit hört auf mit dem Aufhören ihres Ursprungs ... mit dem Aufhören ihres Hervorbringens ... mit dem Aufhören ihrer Entstehung ... mit dem Aufhören ihrer Erzeugung ... mit dem Aufhören ihrer Ursache ... mit dem Aufhören ihrer Bedingung ... mit der Erweckung von Wissen ... mit dem Auftreten des Aufhörens" (Pm.II,193). |
| 18 | Virajam vîtamalam dhammacakkhum udapâdi: Yam kiñci samudaya-dhammam sabbam tam nirodhadhamman ti. M.I,501; S.V,423, usw. |
| 19 | "Was immer es gibt, was ins Dasein getreten ist, bedingt, abhängig entstanden - das Entrinnen daraus ist Aufhören" (It.61; Pm.II,221). |
| 20 | Um festzustellen, ob eine Person wirklich Nibbâna verwirklicht hat, sind mehrere Dinge zu berücksichtigen: (I) Ob sofort nach einer solchen Erfahrung unwillkürlich eine Art des Rückschauwissens (paccavekkhana-ñâna) auftritt. (II) Ob man, beginnend mit einem von beiden, das Wissen der Bestimmung des Geistig-Materiellen oder das Wissen des Auf- und Untergangs in sich erwecken und für eine vorherbestimmte Zeit aufrechterhalten kann in der Aufeinanderfolge Einsichtswissen und Fruchterreichung. (III) Ob bei der Verwirklichung von jedem Einsichtswissen die zehn in Kap.1, Anm.10 aufgezählten Merkmale vorliegen. Wenn bei bestimmten Anlässen eine Erfahrung gemacht wird, die der Verwirklichung des Nibbâna teilweise ähnlich ist, muss man ganz wachsam sein, um bezüglich dieses Stadiums zu einem Urteil zu kommen. |
| 21 | So wird es in PmA.94 ausgedrückt: "Samudaya ist die Hervorbringung von Gestaltungen, durch das Erkennen ihrer gerade eben stattfindenden Auflösung in der Betrachtung der Auflösung." Siehe auch Vism.XXI,16-17 und Vism.T.II,442. |
| 22 | PmA.65. Dies scheint auf Pm.I,57-58 und Vism.XXI,16-17 zu beruhen. |
| 23 | "Samudaya verweist auf die Hervorbringung von Leidenschaft... " (PmA.94 = PmA.183). |
| 24 | "Er betrachtet die Auflösung. Wie betrachtet er? Er betrachtet als unbeständig, nicht als beständig; er betrachtet als Leiden, nicht als Glück; er betrachtet als Nicht-Selbst, nicht als Selbst" (Pm.I,57-58). |
| 25 | Im Pm.II,46 wird gesagt, dass die Betrachtungen der Unbeständigkeit und des Nicht-Selbst drei Formen des Anhaftens (upâdâna) beseitigen und die Betrachtung des Leidens nur eine, während die Betrachtung des Aufhörens alle vier Formen des Anhaftens beseitigt. Dies kann man als Hinweis dafür annehmen, dass die Betrachtung des Aufhörens eine Verschmelzung entweder aller drei Basis-Betrachtungen oder der Betrachtung des Leidens mit einer der beiden anderen ist. |
| 26 | MA.II,249; AA.II,722; Vism.VIII,235; Vism.T.I,28-81. |
| 27 | PmA.347-48. |
| 28 | PmA.177. |
| 29 | PmA.362. Siehe außerdem Pm.I,192ff. |
| 30 | Pm.II,65-66. |
| 31 | S.V,133. |
| Kapitel 7 | |
| 1 | Pati + ni + saj. |
| 2 | Pm.I,194. |
| 3 | Pm.I,87. Siehe auch PmA.24, 211; Vism.T.I,281. |
| 4 | "Die Aufgabe von materieller Form ist Loslassen durch Aufgeben (pariccâga-patinissagga). Die Aufgabe von Gefühl ... Wahrnehmung ... geistigen Gestaltungen ... Bewusstsein ... Auge ... Ohr ... Verfall und Tod ist ebenso Loslassen durch Aufgeben" (Pm.I,194). Zum vollständigen Verzeichnis siehe Pm.I,5ff. |
| 5 | S.IV,29; Pm.I,27. |
| 6 |
(I) "Materielle Form erkennend, gibt er sie auf. Das Gefühl erkennend ... Die Wahrnehmung ... Die geistigen Gestaltungen ... Das Bewusstsein ... Das Auge ... Das Ohr ... Verfall und Tod erkennend, gibt er sie auf" (Pm.I,27). (II) "O Mönche, was es auch immer an Sehnsucht, Sinnesgier, Vergnügen oder Begierde in Beziehung auf materielle Form in euch gibt, gebt es auf; so wird diese Form aufgegeben sein ... Was es auch immer an Sehnsucht ... oder Begierde in Beziehung auf das Bewusstsein in euch gibt, gebt es auf; so wird dieses Bewusstsein aufgegeben sein" (S.III,161). |
| 7 | Vism.VIII,236; PmA.347. |
| 8 | Nibbâne cittam pakkhandatî ti pakkhandana-patinissaggo (Pm.I,194). |
| 9 | Vism.VIII,236; PmA.347. |
| 10 | Siehe Vism.T.I,279; DT.74. |
| 11 |
Siehe M.III,187: "Lass' keine Person die Vergangenheit wiederbeleben |
| 12 | "Es gibt nicht hier noch dort noch dazwischen" (Ud.8). |
| 13 | "Was unbeständig ist, ist leidvoll; was leidvoll ist, ist unbeständig. Was unbeständig und leidvoll ist, ist nichtselbst. Was unbeständig, leidvoll und nichtselbst ist - das ist 'so' (tatha). Was unbeständig, leidvoll, nichtselbst und 'so' ist - das ist Wirklichkeit (sacca). Was unbeständig, leidvoll, nichtselbst, 'so' und Wirklichkeit ist - das ist eingeschlossen im Einen (ekasangahita). Was eingeschlossen im Einen ist - das ist Einheit (ekatta)" (Pm.II,106). |
| 14 | "Mönche, dies sind die vier Wirklichkeiten (tathâni), nicht Unwirklichkeiten (avitathâni); sie werden nie anders werden (anattathâni). Welche vier? Das Leiden, die Entstehung des Leidens, das Aufhören des Leidens und der zum Aufhören des Leidens führende Pfad" (S.V,430-31; Pm.II,104). Siehe auch die kommentarielle Bemerkung in SA.III,228. Die Begriffe tathatâ, avitathatâ, anattathâ sind auch angeführt worden zur näheren Bestimmung von paticca samuppâda, der bedingten Entstehung in S.II,26. |
| 15 | Siehe M.I,135: "Sogar die guten Qualitäten (dhammâ) solltet ihr aufgeben, um wieviel mehr erst die schlechten Qualitäten (adhammâ)?" MA.II,90 setzt hier die „guten Qualitäten" mit Geistesruhe und Einsicht (samatha-vipassanâ) gleich. |
| 16 |
Siehe Dhp.348: "Lasst los, was hinter euch liegt, lasst los, was vor euch liegt, |
| 17 | Siehe Sn.1094, Dhp.89, A.V,110-11 (oben angeführt, Kap. 6, Anm. 9(I) ). |
| 18 | Vism.VIII,236; PmA.347, usw. |
| 19 |
Zum Beispiel: "Ânanda, was ist die Wahrnehmung des Aufgebens? Hier ein Mönch ... duldet keinerlei böse unheilsame Zustände, die aufkommen mögen; er gibt sie auf, vertreibt sie, lässt sie los und beendet sie - dies wird die Wahrnehmung des Aufgebens genannt" (A.V,110). Die Wahrnehmung des Aufgebens (pahâna-saññâ) verweist auf das fünffache Aufgeben (AA.I,287), das heißt durch Unterdrückung, Ersetzen durch das Gegenteil, Ausrottung, Abflauen und Befreiung (Pm.I,26: vikkhambhana, tadanga, samuccheda, patippassaddhi, nissarana). Diese fünf Worte werden auf die selbe Weise erklärt, wie die fünf Arten der Leidenschaftslosigkeit und des Aufhörens -siehe Kap.5, Anm.1 und Kap.6, Anm.5. In der Einsichtsmeditation ist das Aufgeben durch Ersetzen durch das Gegenteil zutreffend. In diesem Zusammenhang kann die Wahrnehmung des Aufgebens als vergleichbar mit der Betrachtung des Loslassens angesehen werden. Siehe DA.II,757; AA.II,665. |
| 20 | "Er sieht das Aufgeben von Gier und Kummer (in Begierde und Hass wurzelnde Befleckungen) durch seine Weisheit und wird darin ganz gleichmütig" (M.III,84-85; S.V,324, 330-31, 337). Für weitere Erklärungen siehe MA.IV,98 oder SA.III,212. |
| 21 | "Einer, der die Befleckungen aufgibt, gibt das darauf beruhende Kamma auf und dadurch die Anhäufungen, welche durch dieses Kamma erzeugt worden wären" (VismT.II,442). |
| 22 |
(I) "Die Betrachtung des Loslassens ist die Stabilisierung der gedanklichen Vertiefung"(DT.47). (II) "'Er betrachtet das Loslassen': es sollte verstanden werden, dass dies extrem scharfe Einsicht in Pfadnähe ausdrückt" (PmA.348). (III) "'Er betrachtet das Loslassen': durch zum Auftauchen führende Einsicht" (PmA.215). |
| 23 | Siehe PmA.94; DT.74; Cnd.296. |
| 24 | "Ein Selbst und etwas zum Selbst Gehörendes, kann man nicht wirklich und richtig finden" (M.I,138). |
| 25 | Im Pm. wird festgestellt, dass die Betrachtung des Loslassens von allen vier Arten des Anhaftens befreit; somit scheint sie eine Verschmelzung aller drei Basis-Betrachtungen zu sein. PmA.393 erklärt, dass die Betrachtung des Loslassens einen durch Aufgeben der Befleckungen von allen Arten des Anhaftens befreit. |
| 26 | M.I,477-501. |
| 27 | "Einer, der alles losgelassen hat, wird 'Einer im Frieden' genannt" (Sn.946). |
| 28 | M.I,140-41; S.III,33. Siehe auch S.IV,80-82, wo die selbe Formel für die sechs Sinnesorgane angewandt wird. |
| Zusammenfassung | |
| 1 | Pm.I,57-58, 178, usw. |
| 2 | Pm.I,58. Siehe auch Vism.XXI,26; PmA.183-84. |
| 3 | Pm.II,24ff.: „Auf Grund des Loslassens folgt das Aufhören" (vossajjitattâ tato nirujjhati). Siehe die kommentarielle Bemerkung im PmA.380. |
| 4 | Pm.I,57. |
| 5 | Vism.XX,4. |
| 6 | Vism.XX,89ff. In SA.II,83 wird gesagt, dass alle sieben Betrachtungen im Stadium des Verständniswissens (sammasana-ñâna) wirksam werden. |
| 7 | Pm.I,20, 24-25, 32-33, 45-46, 169. |
| 8 | Pm.II,232. |
| 9 | Pm.I,178, 183ff. Die 4 Endstufen dieses Meditationsgegenstandes sind die Betrachtung der Unbeständigkeit, der Leidenschaftslosigkeit, des Aufhörens und des Loslassens. Es ist untersuchenswert, warum jede von diesen in Begriffen der sieben Betrachtungen neu erklärt worden ist. |
| 10 | Pm.I,98ff.; II,172ff. |
| 11 | Pm.I,98-99. Die Erreichung des Aufhörens ist die Fähigkeit, das ganze Bewusstsein für eine vorherbestimmte Dauer aussetzen zu lassen (bis zu einem Maximum von sieben Tagen). Das kann erreicht werden von einem Nichtwiederkehrer oder einem Arahant, der alle acht Vertiefungen gemeistert hat. |
| 12 | Pm.I,76ff. |
| 13 | Aniccânupassî, dukkhânupassî und anattânupassî: S.III,41; A.IV,13-14; A.V,109. Nibbidânupassî: A.I,50. Aniccânupassî, virâgânupassî, nirodhânupassî, patinissaggânupassî: M.I,251; III,84; S.IV,212-14; V,324-37; A.IV,88 usw. Aniccânupassî, dukkhânupassî, anattânupassî, khayânupassî, vayânupassî, virâgânupassî, nirodhânupassî, patinissaggânupassî: A.V,359-61. |
| 14 | Sachdienliche Hinweise sind gegeben in Kap.1, Anm.4; Kap.2, Anm.6, 12; Kap.3, Anm.31; Kap.4, Anm.25; Kap.5, Anm.7, 15, 29; Kap.6, Anm.9, 31; Kap.7, Anm.15. Siehe auch die in pp.21, 29-30 und 42 angeführten Textstellen. |
| 15 | D.III,291; A.V,105; A.I,41. |
| 16 | D.II,79; D.III,251, 253, 283, 289-90; S.V,132-33; A.III,79, 83-85, 334, 452; V,105, 106, usw. |
| 17 |
"Idh´ Ânanda bhikkhu sabbasankhârehi attîyati harâyati jigucchati. Ayam vuccat' Ânanda sabbasankhâresu aniccasaññâ." (A.V,11) "Ânanda, hier wird ein Mönch beunruhigt, beschämt und angewidert von allen Gestaltungen: dies wird die Wahrnehmung der Unbeständigkeit in allen Gestaltungen genannt." Der Text scheint das Auftauchen von Ersatz-Leidenschaftslosigkeit (tadanga-virâga) anzudeuten, d.h. die Beseitigung der Befleckungen durch Ersetzen durch das Gegenteil, mit Hilfe der Zerstörungs-Leidenschaftslosigkeit (khaya-virâga), d.h. durch Betrachtung der augenblicklichen Auflösung der Gestaltungen. |
| 18 |
(I) "Er schult sich für Abwendung, Leidenschaftslosigkeit und Aufhören" (nibbidâya, virâgâya, nirodhâya patipanno hoti). S.II,48; III,19-20; A.I,64. (II) "Es führt zur vollen Abwendung, zur Leidenschaftslosigkeit, zum Aufhören, zur Ruhe, zu höherem Wissen, zur Erleuchtung, zum Nibbâna" (D.II,251; A.I,30; III,83, usw.). |
| 19 | Aniccam sankhatam paticca-samuppanam, khayadhammam vayadhammam virâgadhammam nirodhadhammam: M.I,500; S.II,26; III,24-25, usw. |
| 20 | M.I,6; III,32ff.; A.III,452. |
| 21 | Pm.II,283ff. |
| 22 | M.I,436; S.III,167-69, 189; A.II,128 usw. Einige Beispiele werden in den Kapiteln 3, 4 und 7 angeführt. |
| 23 | Vism.XX,18ff.; XXI,48, 59. |
| 24 | Siehe Anhang 5. |
| 25 | Pm.II,185. Siehe die kommentarielle Bemerkung im PmA.466. |
| 26 | Angeführt in M.III,302. |
| Anhänge | |
| 1 | S.III,159. |
| 2 | S.III,101. |
| 3 | Siehe z.B. M.I,300; S.III,102. |
| 4 | Pm.I,143-49. |
| 5 | In M.I,66 weist der Buddha darauf hin, dass andere geistige Lehrer einiges Verständnis vom Anhaften an die Sinnesfreuden, von Regeln und Sitten und falschen Ansichten erlangen können, aber abgesehen vom Vollkommen Erleuchteten und seinen Schülern kann keiner die Anhaftung an der Theorie vom Selbst voll verstehen. |
| 6 | M.I,433. |
| 7 | S.III,164-65. |
| 8 | S.III,150, 151. |
| 9 | Pm.I,150-51. |
| 10 | Pm.I,195. |
| 11 | Siehe z.B. MA.I,21. |
| 12 | Vism.XX,89-92; XXII,113-21. |
| 13 | PmA.74-75. |
| 14 | Pm.II,12-13. |
| 15 | Z.B. VismT.II,417; DT.74. |
| 16 | Pm.I,58. Die Übersetzung der Definition und der folgende Vers beruhen auf der Interpretation des Ehrw. Ñânamoli von Vism.XXII,115. Siehe auch Vism. XXI,11. |
| 17 | Die Definition ist in Vism.XXII,116. Zu Einzelheiten über die Anwendung der Methoden der stofflichen und unstofflichen Siebenheiten siehe Vism.XX,46ff. |
| 18 | Pm.II,63; Vism.XX,91. |
| 19 | Siehe Kap.6, Anm.15. Der Vers ist in Pm.I,58. |
| 20 | In A.II,92-95. Siehe Einleitung pp.4-8. |
| 21 | Pug.61-62. |
| 22 | A.V,1-7, 311-37; S.II,29-32. |
| 23 | SA.II,40. |
| 24 | Z.B. SA.II,40; AA.II,587, 676, 725. |
| 25 | Zum Beispiel wird es in S.V,422-23 verwendet, um Buddhas Wissen von den Vier Edlen Wahrheiten auf Grund seiner Erleuchtung auszudrücken. |
| 26 | Vism.XXII,121. |
| 27 | Pm.I,66-67; PmA.75. |
| 28 | Siehe z.B. MA.II,249; Vism.VIII,235-36. |
| 29 | Siehe z.B. A.IV,146-47. |